München lässt sich dieses Jahr nicht lumpen. Das lässt sich München ohnehin selten – klar – und die Münchner schon gar nicht. Aber 2019 wird einmal so richtig geklotzt – zumindest wenn es um die japanischen Traditionen geht. Das Japan-Jahr 2019 ist ausgerufen und zahlreiche Institutionen machen mit.

Kunsthalle München     Museum Fünf Kontinente    Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V.    Japanisches Generalkonsulat München   Hokushin Ittô-Ryû Hyôhô Schule München

Der inoffizielle Startschuss ist am 01. Februar mit der Samurai Ausstellung in der Kunsthalle München gefallen.

Kunsthalle München – Von 1. Februar bis 30. Juni 2019 zeigt die Kunsthalle München die Ausstellung Samurai. Pracht des japanischen Rittertums. Zu sehen ist die Sammlung von Ann & Gabriel Barbier-Mueller. Offen gestanden, bei dieser Ausstellung war ich verblüfft. Ich bin noch am Recherchieren, wie die beiden eine solch große Sammlung an gut erhaltenen Rüstungen, Helmen und Alltagsgegenständen der Samuraikultur zusammentragen konnten. Und dies ist nur ein Teil der gesamten Sammlung, die mit beinahe 1000 Exponaten in Dallas beheimatet ist. Hut ab, viele große Museen in Japan haben zumindest nicht mit dieser Pracht an Rüstungen aufzuwarten.  

Außerdem, wer Lust hat mit den Samurai zu feiern, kann auch dies tun: KUNST & CLUB oder Afterwork. Viele weitere Events auf der Homepage.  

Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V. – Die Deutsch-Japanische Gesellschaft bietet, wie natürlich jedes Jahr, viele kulturelle Beiträge, Diskussionskreise, Vorträge etc. rund um die japanische Kultur an. Besonders ist in diesem Jahr das Begleitprogramm zur Samurai Ausstellung in der Kunsthalle München. In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek am Gasteig zeigt die Deutsch-Japanische Gesellschaft eine Vielzahl an Filmen, auch alte Filmklassiker, rund um das Thema Samurai. So ist einer der bekanntesten Filme des Altmeisters Kurosawa Akira zu sehen: Die sieben Samurai.  Besonders freut mich aber, dass ein nicht ganz so bekannter Film von Kurosawa auf dem Programm steht, Yojimbo, der Leibwächter – ein grandioser Film, in dem der Hauptdarsteller Toshiro Mifune über sich hinauswächst.

By the way, über diesen Film habe ich meine Doktorarbeit geschrieben: Filme analysieren – Kulturen verstehen. Über Yojimbo und seine beiden Remakes Per un pugno di dollari und Last Man Standing.

Museum Fünf Kontinente – Schon jetzt in der Ankündigung ist die Sonderausstellung von Koji Shibazaki, die von 05. April bis 22. September 2019 im Museum Fünf Kontinente zu sehen ist. In der Ausstellung Schatten. Licht. Struktur. Papierinstallationen von Koji Shibazaki geht es um Washi, Licht und was sich daraus im künstlerischen Sinne alles machen lässt. Im Herbst wird die Ausstellung „Siebolds Japan“ einen weiteren Akzent im Japan-Jahr 2019 setzen. Ein Großteil der Exponate, die der Japanforscher Philipp Franz von Siebold nach Deutschland brachte, sind im Museum Fünf Kontinente ausgestellt. Diese werden im Japan-Jahr 2019 wieder neu beleuchtet und dürfen einmal wieder im Mittelpunkt stehen. Das Museum hat bereits angedeutet, dass das Programm dieses Jahr sehr Japan-lastig sein wird.

Vorträge – Diskussionen – Konzerte. Der erste Vortrag findet am 13. März statt: Die Hütte im Blätterdach. Das Bild der Samurai in der Kunst Japans. Vortragssaal des Museum Fünf Kontinente, Maximilianstr. 42.

Hokushin Ittô-Ryû Hyôhô Schule München – Diese Schule zählt zu den namhaftesten Kampfkunstschulen Japans. Interessant ist, dass diese mittlerweile internationale Schule, die noch im feudalen Japan gegründet wurde, heute ihren Hauptsitz in München hat. Entsprechend ist die Hokushin Ittô-Ryû Hyôhô Schule München offizieller Partner der Kunsthalle München und bietet ein entsprechend authentisches Begleitprogramm zum Thema Samurai und Kampfkunst an, etwa einen Vortrag im Museum Fünf Kontinente von dem Oberhaupt der Schule (7. Sôke) höchstpersönlich. Der wiederum ist Münchner und hat den Hauptsitz der Schule auf sehr interessante Weise nach München gebracht. Mehr hierzu auf der Homepage der Hokushin Ittô-Ryû Hyôhô Schule München.

Und sonst – Ausstellungsführungen mit einem anschließenden Seminar im Chiba-Dôjô, dem Herz der Schule. Anmeldung unter info@hokushinittoryu.com.

Aber auch auf den Straßen – im Münchner Dschungel – ist etwas geboten. Das Traditionskaufkaus Ludwig Beck hat einer Schaufenster-Installation von Fabian Gatermann ihren Platz eingeräumt, um ebenfalls dem Samurai-Moto gerecht zu werden. Fabian Gatermann greift in seinem Kunstwerk die Wappen der Samurai auf und hat viele Bögen weißen Papiers mit den eindrucksvollen Prägungen versehen, die einst Kimono und Waffen zierten.

Auch ich werde versuchen, mit meinem kleinen aber feinen Projekt Kunst aus Japan with Friends möglichst viele Freunde zu finden, die Lust haben, in ihren eigenen vier Wänden oder in ihren Geschäftsräumen mit japanischer Kunst zu experimentieren. Ich bin in jedem Fall sehr gespannt, was das Japan-Jahr 2019 noch alles bringen wird.

Sollte Ihnen etwas Spannendes über den Weg laufen, lassen Sie es mich gerne wissen.

Viel Spaß in Japan!