Was Sie hier finden, sind aktuelle Ausstellungen rund um das Thema japanische Kunst und Ästhetik.

Nur eines will ich an dieser Stelle gleich ganz offen sagen. Ich schreibe hier nur über Ausstellungen, die mir ganz persönlich als interessant erscheinen und die zu den Themen dieser Seite auch passen.

Hier kommen demnach meine ganz persönlichen Ausstellungsempfehlungen – von Hokusai bis Araki – aber ohne Anspruch auf irgendeine Art von Vollständigkeit.

April 2020

Von 11. Oktober 2019 bis 26. April 2020

Collecting Japan. Philipp Franz von Siebolds Vision vom Fernen Osten – Museum Fünf Kontinente in München

Philip Franz von Siebold war ein großer Sammler. Und er liebte Japan. Aus heutiger Sicht ist das keine schlechte Kombination, denn er hat so vieles zusammengetragen, was das Japan der Edo-Zeit zu bieten hatte, dass wir ihm heute unendlich dankbar sein müssen. Es geht um 300 Einzelobjekte von unterschiedlichster Art: Malerei, Rollbilder, Textilien, Lackarbeiten, sakrale Gefäße und vieles mehr. Diese Ausstellung ist ein Rundumschlag und ein beeindruckendes Zeugnis dessen, was ein kulturinteressierter Mensch imstande war, zusammenzutragen. Er wollte Japan für die westliche Welt seiner Zeit sichtbar und erfassbar machen und hat zu diesem Zweck seine Sammlung aufgebaut. Ein Anliegen, das ich zutiefst verstehen kann.

Die Ausstellung im Museum fünf Kontinente bietet auch die Gelegenheit, sich mit Franz von Siebold selbst, sowie seiner Zeit auseinanderzusetzen. Als Stabsarzt in niederländischen Diensten zählte er zu einem der ersten Europäer, der Japan bereiste und auch mehrmals dort lebte (1820er bis 1860er). Schließlich wurde er sogar des Landes verwiesen. Siebolds Geschichte ist mehr als spannend.

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Februar 2020

Von 07. November 2019 bis 02. Februar 2020 

Männer machen Mode. Inrô – Museum für Lackkunst in Münster

Das Inrô ist ein kleines aber feines Stapelkästchen aus Lack, das der japanische Mann „von Welt“ an einer schmucken Kordel an seinem Gürtel des Kimonos trug. Ursprünglich war das Inrô ein praktisches Objekt, ein kleines Kästchen zur Verwahrung von Medizin oder kleinen Dingen. Jedoch, es wurde bald zum Statussymbol, denn die kleinen Kästchen waren in ihrer Feinheit und Exklusivität kaum mehr zu übersehen. Hier drängt sich ein Begriff auf, der im Kontext der japanischen Ästhetik häufig gebraucht wird: Iki. Der Begriff steht für Eleganz und Qualität. Und sie da, auch in der Männerwelt.

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Dezember 2019

Von 23. Juli 2019 bis 18. Dezember 2019

The making of: Suzukazumi. Kalligraphietusche aus Suzuka. Kleinode des japanischen Kunsthandwerks – Mori Ogai Gedenkstätte Berlin

© Shinseidô Co.,Ltd.

Tusche, Reibstein, Papier und Pinsel. Dies sind die vier Kostbarkeiten eines Gelehrtenzimmers, eines Raumes, in dem sich der Geist entfalten kann – und das nicht nur in Japan. Dies nur am Rande, um in das Thema einzusteigen, in dem sich diese Ausstellung bewegt. Dabei geht es in der Mori Ogai Gedenkstätte ab Juli ausschließlich um die Tusche. 

Mich freut es sehr, dass sich ich auch in westlichen Länden immer mehr Menschen für Kalligraphie interessieren und diese selbst praktizieren wollen. Doch das Mysterium des Pinselstrichs beginnt mit der Tusche, dessen Herstellung selbst ein kleines Mysterium ist. Prinzipiell besteht Tusche  aus tierischem Leim, feinen oder gröberen Rußpartikeln und Duftstoffen.

Die Manufaktur „Shinseidô“ von Meister Kidô Itô ist eine der wenigen in Japan, wo Tuschen für Kalligraphie und Tuschmalerei noch von Hand hergestellt werden. Die fertigen Tuschen sind kleine rechteckige oder auch runde Tuschsteine, die von außen wie Kleinode des Kunsthandwerks wirken.

© Shinseidô Co.,Ltd.

Damit erschließt sich, wie so häufig, das Prinzip von Ästhetik und Harmonie in Japan.  Die meditative Atmosphäre in der Kalligraphie braucht einen ästhetischen Startpunkt, hier in der schlichten Schönheit des Tuschesteins zu sehen.

Wer sich noch tiefer mit dem Thema auseinandersetzen möchte, bewegt sich bereits auf bokudô – dem Weg der Tusche.

Im Januar ist in der Mori Ogai Gedenkstätte eine Ausstellung mit Kalligraphien von Yoshimi Shôko geplant.

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Von 07. September 2019 bis 14. Dezember 2019

Japanische Druckkunst in den 1970er Jahren  – Japanisches Kulturinstitut Köln 

Hier geht es um besondere und herausragende Werke japanischer Druckkunst. Zu sehen sind namhafte Künstler wie NODA Tetsuya, IMURA Kôsuke oder MATSUMOTO Akira.

ENOKURA Kôji, A Stain No. 1

Wer zufällig vor Ort ist und sich für das Thema japanische Druckgrafik interessiert, dem sei der Vortrag „Jenseits der Großen Welle vor Kanagawa: Höhepunkte japanischer Druckkunst vom achten bis 21. Jahrhundert“ am 20. September 2019 um 19 Uhr, sehr empfohlen. 

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Oktober 2019

Von 06. September 2019 bis 19. Oktober 2019

red hot – new woodblock cutouts by Kenichi Yokono – Micheko Galerie München

In der Micheko Galerie ist von September bis Oktober eine moderne Form des japanischen Farbholzschnitts zu sehen – sehr modern und in Rot. Bei einem ersten Blick auf die Arbeit von Kenichi Yokono ist man leider schnell verführt, abgedroschene Phrasen, wie “ Der Junge Wilde des japanischen Farbholzschnitts“ oder ähnliches zu verwenden. Seine Motive, oft Stereotypen aus der japanischen Popkultur kombiniert er nach eigenen Aussagen mit dem „horror of everyday“, der auch in Form von Totenköpfen, Spinnen und Monstern präsent ist.

Doch so einfach sind die Dinge nicht. Kenichi Yokonos Punk-Rock Ästhetik im traditionellsten der japanischen Gewänder, dem Farbholzschnitt, zeigt eben jene Spannung, die so offenkundig die japanische Gesellschaft prägt – zwischen vermeintlich traditionellem und modernem Empfinden – zwischen Horror und heiler Welt.

©Kenichi Yokono/courtesy Micheko Galerie
©Kenichi Yokono/courtesy Micheko Galerie

Und noch eines könnte Sie verblüffen. Wenn wir hier von Farbholzschnitten sprechen, handelt es sich nicht um „gedruckte Werke“ als vielmehr um „Druckwerke“.  Zu sehen sind die Druckvorlagen, also jene Holzstempel, von welchen im Hochdruckverfahren die Farbe abgenommen wird.  Diese wurden von Kenichi Yokono in Rot und Weiß eingefärbt.

Ich liebe die japanische Druckgrafik und besonders den japanischen Farbholzschnitt. Jede Form ist für mich spannend, auch wenn sie, wie hier, weit entfernt vom eigentlichen Druck oder oder gar dem Genre des klassichen Ukiyo-e ist, über das ich sonst schreibe.

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Es war einmal

September 2019

Von 05. April 2019 bis 22. September 2019

Schatten. Licht. Struktur. Papierinstallationen von Koji Shibazaki – Museum Fünf Kontinente München 

Hier geht es um Washi um Licht und um Stimmungen – und es ist die größte Schau von Shibazakis Installationen in Europa.

© Koji Shibazaki

Ohne Licht sind es nur weiße Papierschachteln. Beleuchtet zeigen diese, was sie wirklich ausmachen. Das mag im ersten Moment seltsam klingen, ist aber eine wirklich beeindruckende Schau. 

Sie basiert auf dem einfachen und dennoch beeindruckenden Prinzip: Kein Licht, kein Schatten und umgekehrt.

Shibazaki verarbeitet japanisches Papier. Er fügt in komplexer Weise Schichten des kräftigen Papiers übereinander und kreiert so Installationen, Formen, Tiefen, Strukturen und bei genauer Betrachtung sogar Farben.  All dies wird sichtbar, sobald die Weke von innen oder unten beleuchtet werden, aber auch nur dann.

Hierzu bedarf es zunächst eines dunklen Raumes. Der Besucher, der diesen dunklen Ausstellungsraum im Museum Fünf Kontinente betritt, tritt im Grunde in eine Art Gesamtinstallation ein. Neben den von innen beleuchteten Installationen umgeben stetige Reflexionen in Gold und Silber den Betrachter. Ein Großteil der Papieroberflächen ist in spezieller Technik mit Gold- und Silberfolien überarbeitet.

Vor dem Besuch der Ausstellung würde ich jedoch die Lektüre eines ganz und gar besonderen Buches empfehlend, das  Vermächtnis der japanischen Ästhetik, wie es häufig genannt wurde: Lob des Schattens von Tanizaki Junichiro.  Das traditionelle japanische Haus kennt nur die Dunkelheit. Lichtquellen sind ein spärliches Gut, etwa durch die gemeinsame Feuerstelle im Haus oder durch den Einfall des Lichts durch papierene Schiebetüren. Licht, Schatten und Objekte, die Licht reflektieren, haben kulturell eine andere Bedeutung als in der westlichen Anschauung. Diese zu kennen, heißt auch die Ausstellung von Shibazaki besser zu verstehen. 

Kein Licht, kein Schatten und umgekehrt. 

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August 2019

Von 07. April bis 25. August 2019

Eine erlesene Welt – Japanische Kunst aus der Samlung Viktor und Marianne Langen  – Langen Foundation in Neuss

Zu sehen sind 80 Objekte zu drei Themenbereichen: Religiöse Kunst, Blumen und Vögel sowie Landschaften. Diese Ausstellung möchte ich hervorheben, gerade weil sie ein etwas anderes Thema behandelt, als ich sonst auf meiner Seite verfolge: die Liebe zu Polychromie und Opulenz. Nicht die Nüchternheit des Zen, nicht die Eleganz der Farbholzschnitte sondern wirkliche Opulenz, insbesondere in der Malerei. Es ist eine beeindruckende Sammlung.  Diese Üppigkeit ist eben auch ein Teil des japanischen Empfindens, wenngleich sie auch in Japan nicht jedermanns Sache ist. 

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Von 07. April bis 25. August 2019

Anne Pöhlmann – Japanraum – Langen Foundation in Neuss

Zu sehen – unterschiedlichste Spielarten der Fotografie, die während des dreimonatigen Stipendiums von Anne Pöhlmann in Japan Entstanden sind. 

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Juni 2019

Von 01. Februar 2019 bis 30. Juni 2019

Samurai – Pracht des japanischen Rittertums – Kunsthalle München

RÜSTUNG (NIMAITACHIDŌ TŌSEI GUSOKU) (DETAIL) © The Ann & Gabriel Barbier-Mueller Museum, Dallas, Foto: Brad Flowers

Den Samurai umgibt ein Mythos, der gar nicht so einfach zu erklären ist. Sicherlich, Schlagworte stehen schnell im Raum – Ehre, Mut, Disziplin, treue Verbundenheit bis in den Tod, Taktik, kühne Kampfkunst und sogar ästhetische Sensibilität – wahre Helden – was wollen wir mehr. Aber wie lässt sich das nun alles in eine Ausstellung packen, ohne dem Kitsch zu verfallen oder unfreiwillige Assoziationen mit dem Film Last Samurai zu beschwören?  Nicht so einfach. Mal sehen, wie die Kunsthalle München an dieses Thema herangeht. 

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31. März bis 30. Juni 2019

Nobuyuki Tanaka – Urformen. Primordial Memories – Museum für Lackkunst in Münster

Vielleicht haben auch Sie sie vor Augen – Handschmeichler, Lackschalen in Rot und Schwarz, dezent und trotzdem elegant, obwohl sie eigentlich Gebrauchsgegenstände sind. Nur – genau darum geht es in dieser Ausstellung nicht. Hier geht es nicht um klassische Schalen, Lackkästchen oder Dosen. Nobuyuki Tanaka zeigt moderne, organisch wirkende Skulpturen, Formen, angedeutete Strukturen mit seidig glänzenden Oberflächen. Auch wenn dies bei Weitem keine Alltagsgegenstände sind, anfassen würde man sie dennoch gerne. Es ist wirklich eine beeindruckende Schau. Die Skulpturen mit ihrer sagenhaft einfachen und klaren Line sind – sagen wir mal so – „cool“ und dennoch in besonderer Weise berührend.

Nobuyuki Tanaka zählt aktuell zu den kreativsten Lackkünstlern in Japan.  

Tanaka Studio Copyright Nobuyuki Tanaka
The Tactile Memory; Floral Impression (2011-III)_Copyright Tadasu Yamamoto

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15. November bis 16. Juni 2019

Catwalk. Von Katzen, Hexen und Helde. Japanische Farbholzschnitte – Kulturhistorisches Museum Haus Kemnade in Hattingen

Offen gestanden, bei dieser Ausstellung erfreut mich schon der Titel, den ich wirklich als Punktlandung empfinde.  Der japanische Farbholzschnitt als Catwalk des prallen Lebens der Edo-Zeit: ein Laufsteg von Eitelkeiten, Schönheiten,  Liedelichkeiten. Alles bewegt sich elegant und katzenhaft und doch auf einem schmalen Grat.  Genau so sehe ich den japanischen Farbholzschnitt, präziser gesagt, Ukiyo-e, auch.

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Mai 2019

Von 10. Januar 2019 bis 30. Mai 2019

Tokyo Blurred 2019 – Mori Ogai Gedenkstätte Berlin

Der Fotograf Peter BRUNE zeigt seine  schwarz-weiss-Fotografien von Japan. Eindrücke, die er in 25 Jahren gesammelt hat. Mein Eindruck ist, dass es sich sehr lohnt.  

© Peter Brune

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April 2019

Von 18. November 2018 bis 14. April 2019

Heinrich von Kleist. Hegenbarth und Baumhekel – Josef-Hegenbarth-Archiv (Dresden)

Hegenbarth und Baumhekel eint das Interesse und die Liebe für die Ostasiatische Kunst. Und beide lassen dies in ihre Werke einfließen, wenngleich in unterschiedlichster Weise. In dieser Ausstellung stehen die großformatigen Schriftblätter von Thomas Baumhekel den Illustrationen von Hegenbarth gegenüber und sind doch auf diese Weise brillant vereint. Als Verbindungsstück fungieren die Erzählungen von Heinrich von Kleist, die beide Künstler jeweils für sich interpretierten.

An dieser Ausstellung wird sich erfreuen, wer den gewagten schwarzen Schwung liebt, gleich ob mit dem Pinsel ausgeführt oder mit der Feder.

Übrigens, um obiges Foto nutzen zu dürfen, hatte ich natürlich höchst ordentlich beim Kupferstich-Kabinett angefragt, um dann prompt eine Antwort von Herrn Baumhekel persönlich zu erhalten. Weshalb? Als „noch lebender Künstler“ dürfe er über derartige Anfragen selbst entscheiden. So oder so ähnlich formulierte es wohl das Kupferstick-Kabinett. Wie auch immer, ich habe mich sehr gefreut, ihn unter den „Lebenden“ zu wissen. Lieber Herr Baumhekel, für Ihr konstruktives Lebenszeichen besten Dank!

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März 2019

Von 08. Dezember 2018 bis 09. März 2019

Nobuyoshi Araki. Impossible Love – Vintage Photographs – C/O Berlin

Araki – seine Fotografien stehen in vielen Köpfen vor Allem für Szenen von nackten, gefesselten Frauen, Sexualität, Radikalstes und Intimstes jeglicher Art. Das ist auch nicht falsch – aber eben auch nicht alles. Straßenszenen, Alltagsszenen, Alltägliches was bei genauerer Betrachtung mehr absurd als alltäglich erscheint, gehören ebenso zu seiner Kunst wie Blumen oder Architekturaufnahmen.

Das C/O Berlin widmet sich nun den frühen Fotos von Araki. Im Zentrum der Ausstellung stehen Bilder, die Araki, wie in einem Tagebuch, von seiner Frau Yoko machte – auch von ihrem Sterben – was sicherlich erneut radikale Intimität erzeugt. 

Fotografien von Araki berühren – jeden auf seine Art. Vielleicht verstören sie auch, aber sie berühren den Betrachter. Doch bei aller Anrührung gibt es doch eine Frage, die sich mir regelrecht aufdrängt: die nach dem kulturellen Kontext. Was berührt, und warum? Woran rüttelt Araki? Welche Emotionen erzeugt er, wenn er gesellschaftliche Tabus bricht? Es ist wohl kleines Einmaleins, dass der westliche Rezipient – seinem westlichen Kontext entsprechend – anders fühlt und denkt als der japanische Rezipient. Doch wie weit gehen diese Differenzen?  Und was ist überhaupt ein Tabu – hier und dort?

C/O Berlin: Ohne Titel, a.d.S. Theater of Love, 1965 © Nobuyoshi Araki . Courtesy Mark Pearson Privatsammlung
C/O Berlin: Ohne Titel, a.d.S. Sentimental Journey, 1971 © Nobuyoshi Araki . Foto: Hubert Auer . Courtesy Österreichische Fotogalerie, Museum der Moderne Salzburg

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Von 07. Oktober 2018 bis 17. März 2019

Gropius, Bauhaus und Rosenthal in Amberg – Stadtmuseum Amberg (Glaskathedrale)

Zugegeben, diese Ausstellung passt auf den ersten Blick überhaupt nicht zur japanischen Kunst. Aber die Kombination aus schlichtem Bauhaus in dem ehemaligen Rosenthal-Glaswerk und den Erzeugnissen aus diesem Werk hat seinen besonderen Reiz. 

Außerdem passt die Devise von Philipp Rosenthal, wohnen und leben mit Kunst, sehr wohl zu Kunst aus Japan.  Andy Warhol,  Otto Piene oder Salvador Dalí gestalteten Designs für Rosenthal – das ist leben mit Kunst – so wie es auch das Selbstverständnis in Japan wäre. 

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Februar 2019

Von 08. Dezember 2018 bis 24. Februar 2019

Fokus Holzschnitt. Zum 120 Geburtstag Oscar Droeges – Künstlermuseum Heikendorf-Kieler Förde 

Zu sehen sind Farbholzschnitte von Nikolaus Störtenbecker und Eva Pietzcker sowie japanische Holzschnitte aus der Sammlung Spielmann-Hoppe.

Persönlich kenne ich Eva Pietzcker. In ihrer wunderbaren Werkstat für Druckgrafik hatte ich einmal die Ehre, an einem Workshop für japanischen Farbholzschnitt teilnehmen zu dürfen. Eva’s Drucke sind wirklich von besonderer Art. Ich liebe ihre „nordischen“ Motive, wie ich diese nennen würde, von Meer und Dünen und Strandhafer.  Wobei sie in dieser Ausstellung, hoch oben im Norden, auch ihre Interpretationen des Mount Fuji zeigt.

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Von 24. November 2018 bis 17. Februar 2019

Von Zauberwesen, Ungeheuern & Gespenstern. Mythen und Legenden im japanischen Farbholzschnitt des 18. und 19. Jahrhunderts – Museum Ulm

Ehrlich – ich hatte wirklich sehr viel Spaß in dieser Ausstellung. Das Museum Ulm hat viel zusammengetragen, was „zum Gruseln“ und vor allen Dingen zum Amüsieren ist. Hier geht es um Geister, magische Kröten und Dämonen im Farbholzschnitt. Auch der kleine Ausflug in die Welt der Animes und Manga passt und hält sich in einem guten Rahmen.

Bei diesem illustren Thema ist die Führung zur Ausstellung ein absolutes Must-have. Denn wer möchte, kann hier eben jene Gespenstergeschichten hören, die hinter den Farbholzschnitten stecken.

UTAGAWA KUNIYOSHI 1797–1861 Kabuki-Schauspieler Ichikawa Kodanji IV als Geist Asakura Tôgo    © Museum Ulm

Ein Beispiel: Die Geschichte vom Tellergeist Okiku

Okiku, ein junges, hübsches Mädchen, arbeitet im Haus des Aoyama Tessan. Es gibt viele Versionen der Geschichte. Eine besagt, dass dessen Gattin, vom Neid geplagt, aus einem wertvollen Tellerset den 10. Teller zerbricht, um Okiku die Schuld dafür zuzuschieben. Dies versucht nun wiederum Tessan auszunutzen, um sich Okiku, als Gegenleistung für ihre Schuld, gefügig zu machen. Angesichts all dieser Schmach und Ungerechtigkeit springt Okiku in den Brunnen vor dem Haus. Andere Versionen besagen, sie wird von Tessan selbst getötet und in den Brunnen geworfen.

Wie dem auch sei, von nun an spukt Okiku jede Nach über dem Brunnen und zählt bis neun, um dann schauerlich zu schluchzen und zu heulen. Die Bewohner des Hauses finde seitdem keinen Schlaf mehr.

Ein Priester wird zur Hilfe gerufen. Sobald Okikus Geist bis 9 gezählt hat, schreit dieser 10 und der Geist findet endlich seinen Frieden.  

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Februar 2019

Von 13. Oktober 2018 bis 10. Februar 2019

„Wie ein Traum!“ Emil Orlik in Japan –Edwin Scharff Museum Ulm

Diese Ausstellung ist wunderbar und sehr berührend. Das Edwin Scharff Museum taucht hier tief in den Japonismus, aber auf seine ganz eigene Art. Als die japanische Kunst, insbesondere japanische Farbholzschnitte, im 19. Jahrhundert nach Europa schwappten, inspirierten sie viele. Neben Monet, Manet und van Gogh eben auch Emil Orlik (1870 – 1932). Der wiederum machte sich auf nach Japan, um dort das entsprechende Handwerk zu lernen, etwa des besagten Holzschnitts. Die dort entstandenen Holzschnitte, Farblithografien und Radierungen zeigen, wie unglaublich inspirierend und beflügelnd Japan auf ihn gewirkt haben muss. Und natürlich stellt die Ausstellung auch einige ausgewählte japanische Drucke den Werken von Orlik gegenüber. Auch der Ausstellungskatalog lohnt sich.

Ulm hat offensichtlich gerade ein Faible für japanische Kunst.

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Januar 2019

Von 26. August 2018 bis 20. Januar 2019

Im Japan Fieber. Von Monet bis Manga – arp museum (Remagen nähe Bonn)

Die Ausstellung zeigt den gewaltigen Einfluss Japans auf die westliche Kunst vom Impressionismus bis hin zur aktuellen Popkultur. Dabei geht die Reise zurück bis zu Hokusai – natürlich!

Der kleine blaue Salon im Haus von Claude Monet in Giverny
© Fondation Claude Monet, Giverny

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November 2018

Von 01. September bis 04. November 2018

NO INTENTION – Koho Mori-Newton – Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg tim

Diese Sonderausstellung ist mir in einem Radiobeitrag über den Weg gelaufen. Gibt es überhaupt noch Kunst, die keinen anderen Zweck hat als Kunst, wurde da gefragt. No Intention! Neben seinen Seidenarbeiten zeigt das tim Zeichnungen und Assemblagen des Künstlers, die wie absichtslose Erkundungen der Welt wirken.

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Von 04. September 2018 bis 04. November 2018

The Only Male Geisha – Japanisches Kulturinstitut Köln

Die beiden Künstler Hans Diernberger und Will Saunders erkunden in einem multimedialen Kunstprojekt die Bedeutung und Wirkung der einzigen männlichen Geisha Japans, Eitaro Matsunoya.

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September 2018

Von 01. März 2018 bis 30. September 2018

Das gedruckte Bild – Museum für Ostasiatische Kunst Köln

Das Museum für Ostasiatische Kunst Köln zeigt seine lange gelagerte Sammlung an japanischen Farbholzschnitten unterschiedlichster Art. Der Ausstellungskatalog lohnt sich in jedem Fall. Die Ausstellung wurde einmal verlängert. Vielleicht passiert das ja noch einmal…

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